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Kriegsverbrecherprozeß gegen Taylor fortgesetzt

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Kriegsverbrecherprozeß gegen Taylor fortgesetzt

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In Den Haag ist am Montag der Kriegsverbrecherprozeß gegen den früheren Präsidenten von Liberia, Charles Taylor, fortgesetzt worden. Die Vertreter der Anklage begannen mit der Vernehmung der ersten Zeugen. Vorgeladen war ein kanadischer Gutachter.Er wurde zur Finanzierung von Bürgerkriegen durch den Export von sogenannten Blut-Diamanten befragt.

Taylor wird beschuldigt im Nachbarland Sierra Leone die gefürchtete Rebellengruppe RUF mit Waffen und Geld unterstützt zu haben. Den Rebellen wird die Ermordung und Verstümmelung von mehreren Tausend Menschen zur Last gelegt.

Im März 2006 wurde Taylor in seinem nigerianischen Luxus-Exil verhaftet und dem Internationalen Sondergerichtshof für Sierra Leone überstellt. Taylor hatte sich im Sommer 2003 auf Druck der USA nach Nigeria abgesetzt. Er ist der erste afrikanische Präsident, der sich wegen schwerer Verbrechen vor einem internationalen Gericht verantworten muss. Taylor hat sich als unschuldig bezeichnet.

Die Verhandlungen des Internationalen Sondergerichts für Sierra Leone finden aus Sicherheitsgründen im niederländischen Den Haag statt.