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Wegen Vermittlungsbemühungen sagt Kenias Opposition Großkundgebung ab

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Wegen Vermittlungsbemühungen sagt Kenias Opposition Großkundgebung ab

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Nach den Unruhen der vergangenen Tage in Kenia
hat die Opposition eine für Dienstag geplante Großkundgebung kurzfristig abgesagt. Oppositionsführer Raila Odinga gab die Entscheidung nach einem weiteren Treffen mit der US-Gesandten Jandayi Frazer bekannt. Er begründete den Beschluss mit dem Beginn der Vermittlungsbemühungen des Präsidenten von Ghana und Vorsitzenden der Afrikanischen Union, John Kufuor.
Nach Beratungen habe sein Bündnis beschlossen, dass die geplante öffentliche Kundgebung auch später stattfinden könne, sagte Odinga: Die Kundgebung sei bis auf weiteres ausgesetzt.
Auch der südafrikanische Erzbischof Desmond Tutu bemüht sich um einen Kompromiss zwischen der Opposition und Präsident Mwai Kibaki: Dieser war nach der Wahl am 27. Dezember zum Sieger erklärt worden. Die Opposition spricht von Wahlbetrug. Kibaki erneuerte sein Geprächsangebot an Odinga, der zuvor Kibakis Angebot einer Einheitsregierung erstmals nicht ausgeschlagen hatte. Kibaki lud ihn zu einem Gespräch am kommenden Freitag ein.
Bei den Zusammenstößen und Massakern nach der Wahl kamen nach jüngsten Polizeiangaben über 480 Menschen ums Leben, – deutlich mehr als bisher angenommen.
Hunderttausende Menschen sind seitdem auf der Flucht. Hilfsorganisationen begannen mit der Verteilung von Lebensmitteln.