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Erneut Zusammenstöße wegen Müllkrise in Neapel

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Erneut Zusammenstöße wegen Müllkrise in Neapel

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Auch in der Nacht zum Dienstag ist es in Neapel wieder zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Die Regierung hatte zuvor bekräftigt, in der Notsituation eine Mülldeponie wiedereröffnen zu wollen, die vor mehr als zehn Jahren stillgelegt worden war.

Demonstranten besetzten das Gelände und steckten zwei Busse in Brand., es gab mehrere Verletzte. Italiens Regierungschef Romano Prodi arbeitet an einem Ausweg aus der Müllkrise. In einer zweiten Krisensitzung des Kabinetts in 24 Stunden bereitete er ein Maßnahmenpaket vor, um der inzwischen mehr als 110 000 Tonnen Abfall in der Region südlich von Rom Herr zu werden und die öffentliche Ordnung wiederherzustellen.

Die Anwohner in Pianura befürchten gesundheitliche Schäden durch giftige Dioxingase der Deponie, die jetzt wiedereröffnet werden soll. Neapel kämpft seit mehr als einem Jahrzehnt immer wieder mit dem Müll, der seit den Weihnachtstagen erneut nicht weggebracht werden konnte, weil Verwertungsanlagen dafür fehlen.

Auch angesichts der Brandstiftungen, Besetzungen und von Demonstranten errichteten Barrikaden hatte Prodi am Montagabend eine “Lösung innerhalb von 24 Stunden” ankündigen lassen. Kritiker werfen ihm vor, er sei bereits seit einem Jahr über die Lage in Neapel informiert. In Rom machten Politiker wahlweise die Unfähigkeit der italienischen Politik zur Krisenlösung oder Neapels Mafia für den Müllnotstand verantwortlich, weil die Camorra diese Krise für Geschäfte nutze.