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Prodi will mit Müllbergen in Neapel aufräumen

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Prodi will mit Müllbergen in Neapel aufräumen

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Neapel kämpft weiter gegen den Müll. Inzwischen sind es 110.000 Tonnen Unrat, die in der Hauptsadt Kampaniens zum Himmel stinken. Experten warnen vor Gefahren für das Grundwasser, sollten die Müllberge noch wachsen und Regen die Abfälle in die Kanalisation schwemmen. Italiens Regierungschef Romano Prodi arbeitet weiter an einem Ausweg aus der Misere. In einer zweiten Krisensitzung des Kabinetts innerhalb von 24 Stunden bereitete er ein Maßnahmenpaket vor. In acht Deponien Italiens, darunter drei des
Militärs, solle der Abfall zwischengelagert werden. Außerdem werde Rom so schnell wie möglich mindestens zwei neue Anlagen bauen. In Notfällen solle auch das Militär eingesetzt werden. In der Nacht zum Dienstag war es in Neapel erneut zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Demonstranten besetzten das Gelände einer Mülldeponie, von der zuvor mitgeteilt wirden war, dass sie wiedereröffnet werden sollte. Sie befürchten Gesundheitsschäden durch giftige, dioxinhaltige Gase. Die Demonstranten steckten zwei Busse in Brand, es gab mehrere Verletzte. Neapel kämpft seit mehr als einem Jahrzehnt immer wieder mit dem Müll, der seit den Weihnachtstagen erneut nicht weggebracht werden konnte, weil Verwertungsanlagen dafür fehlen.