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Italienische Müllkrise sorgt für Zorn

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Italienische Müllkrise sorgt für Zorn

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Die Krise um die Müllberge der Stadt Neapel sorgt für Zorn in ganz Italien – der sich vor allem gegen die Politiker und gegen die Verwaltung richtet. Nachdem am Samstag in der sizilianischen Hafenstadt Porto Empedocle gegen die Lieferung von knapp 1500 Tonnen Abfällen aus der Millionenstadt demonstriert wurde, protestierten nun rund 100 Menschen in der Nähe der südsizilianischen Stadt Agrigento – denn hier soll der Müll zunächst gelagert werden. Der Ton stieg an, sobald die Abfalllaster in die örtliche Müllkippe einfuhren. “Eine Schande!”, rief ein Demonstrant. “Scheißpolitiker! Wir würden euch am liebsten hängen! Ihr gehört selbst auf den Müll!”

In Neapel reinigt nun die Armee die Straßen – auf Weisung der Regierung in Rom. Auch hier hatten über 10 000 Menschen gegen Müllberge protestiert. Die Demonstranten forderten aber auch den Rücktritt des Präsidenten der Region Kampanien. Obwohl keine der Regionen die Abfallfrachten aus Neapel wirklich aufnehmen möchte: Ministerpräsident Prodi will, dass das Problem in Italien gelöst wird, statt den Müll wie bisher ins Ausland zu bringen.

Neben Neapel und Sizilien sorgt die Müllkrise auch auf Sardinien für Protest. Hier wurden in der Nacht zwei Männer festgenommen, die verdächtigt werden ein Attentat gegen den Regionalpräsidenten der Insel geplant zu haben. Am Tag zuvor war es zu Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und etwa 1000 Demonstranten gekommen, die gegen die Ankunft einer kompletten Schiffsladung Müll aus Neapel demonstriert hatten.