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Bush versucht, verbrochenes Nahost-Porzellan zu kitten


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Bush versucht, verbrochenes Nahost-Porzellan zu kitten

Der mächtigste Mann der Welt bewundert den Falken eines arabischen Wüstenherrschers.
Auch so kann man politisches Porzellan kitten. Es war nämlich eine Menge davon zu Bruch gegangen nach dem amerikanischen Geheimdienstbericht, in dem Anfang Dezember die von Teheran ausgehenden Gefahren heruntergespielt wurden. Ob gewollt oder nicht – damit hatten die Geheimdienstler die Machtverhältnisse in Nahost verschoben.

Also machte sich der Präsident in Abu Dhabi daran, die Bewertungen wieder zurechtzurücken: – Iran bleibt für Bush der weltweit führende Terror-Sponsor. – Irans Aktionen bedrohen die Sicherheit der Nationen überall – Darum scharen die Vereinigten Staaten ihre Freunde am Golf und überall auf der Welt um sich, um der Gefahr zu begegnen, ehe es zu spät sei.

Freunde überall – dass heisst in diesem Fall vor allem die Golf-Anrainer, denen höchst unwohl ist angesichst der iranischen Schnellboote in den internationalen Gewässern der Straße von Hormus.
Deren Auftauchen wird als Zeichen von neuem iranischen Selbstbewußtsein verstanden.
Hatten doch schon 6 Tage nach der Veröffentlichung des US-Geheimdienstberichtes die Chinesen in Teheran einen 2-Milliarden Ölvertrag unterschrieben und die Russen liefern nun trotz gegenteiliger Zusagen an den Westen das hochmoderne Flugabwehrsystem S 300.

Also beschwört Bush die Gefährlichkeit der iranischen Aktionen in der Straße von Hormus, spricht von “ernsthaften Konsequenzen”, sollte die Iraner wirklich amerikanische Schiffe angreifen.

Und wie unterstreicht man militärische Entschlossenheit besser, als mit Bildern des Oberbefehlshabers bei seinen Truppen! Der Präsident ist schließlich im Gegensatz zu seinem Geheimdienst nicht davon überzeugt, dass der Iran sein militärisches Atomprogramm 2003 vollständig eingestellt hat.

Zu gern würde Bush alle Herrscher der Region auf seine Seite ziehen. Aber die fürchten – wie hier in Bahrein – der Iran könne die dort ansässigen Schiiten gegen die heimischen Herrscher aufwiegeln.

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