Eilmeldung

Eilmeldung

Der Hintergrund des Streits um Regionalbèros des "British Council" in Russland

Sie lesen gerade:

Der Hintergrund des Streits um Regionalbèros des "British Council" in Russland

Schriftgrösse Aa Aa

Mit diesem Bild des sterbenden Alexander Litwinenko begann ein Schlagabtausch, der wahrlich wie ein Rückfall in die Zeiten des Kalten Krieges anmutet. In London war ein ehemaliger russischer Geheimdienstmann vergiftet worden.
Für den erst 1988 zur Spionageabwehr des KGB gekommenen Alexander Litwinenko war nach dem Ende der UdSSR 1991 die Karriere nahtlos beim russischen Nachfolger FSB weitergegangen.
Jetzt zuständig für den Kampf gegen Terrorismus und organisiertes Verbrechen.
Sieben Jahre später trat er erstmals als Kritiker der neuen Moskauer Machthaber an die Öffentlichkeit.
Er wurde verhaftet, wieder freigelassen und floh mit seiner Familie nach London.

Seine Witwe Marina berichtete später in London, er habe gesagt, er fühle sich wie die Menschen, die mit chemischen Waffen vergiftet wurden – was sie damals nicht habe glauben können.

Am 1. November 2006 hatte Litwinenko das Gift zu sich genommen, Ende des Monats starb er und am 6. Dezember schickte Scotland Yard im Zuge der Ermittlungen neun Beamte nach Moskau.
Das russische Recht sieht eine Auslieferung von Verdächtigen nicht vor, darauf berief sich der Moskauer Staatsanwalt.
Am selben Tag sprachen die britischen Ermittler von Mord.

Sie hatten Andrei Lugowoi in Verdacht.
Der hatte sein Handwerk beim Personenschutz im Kreml gelernt. 1996 dort ausgeschieden wurde er Sicherheitschef beim privaten Fernsehsender ORT, der dem später beim Kreml in Ungnade gefallenen Oligarchen Boris Beresowski gehörte.
Auf dieser Pressekonferenz beschuldigte Lugowoi Beresowski und den britischen Geheimdienst MI5 des Mordes.

Beresowski, der in London Asylrecht genießt und auch Litwinenko finanziell unterstützt hatte, schlug sofort zurück. Ihn habe schon Monate zuvor Scotland Yard vor einem Mordkomplott gewarnt.
Beresowski beschuldigte Präsident Putin höchstpersönlich, hinter dieser Verschwörung zu stecken.

Im Juli 2007 hatte dann Russland ganz offiziell das britische Begehren nach Auslieferung des Verdächtigen Lugiwoi abgelehnt – und im Gegenzug britischen Diplomaten Spionage vorgeworfen.
Eben wie im Kalten Krieg.