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Serbische Regierung beschließt Handlungsplan für den Fall einer Unabhängigkeit des Kosovo

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Serbische Regierung beschließt Handlungsplan für den Fall einer Unabhängigkeit des Kosovo

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Im Vorfeld der Präsidentenwahl am kommenden Sonntag hat die serbische Regierung einen Handlungsplan für den Fall einer einseitigen Unabhängigkeitserklärung der abtrünnigen Provinz Kosovo beschlossen. Er unterliege der höchsten Geheimhaltungsstufe, hieß es nach einer Sondersitzung der serbischen Regierung. Unbestätigten Berichten zufolge sieht der Plan Unterbrechungen von Energielieferungen ins Kosovo sowie ein Handelsembargo vor. Außerdem könnte die serbische Regierung Ausweisdokumente aus dem Kosovo nicht mehr anerkennen. In der Hauptstadt des Kosovo Pristina kam unterdessen der neugewählte Ministerpräsident Hashim Thaci mit dem tschechischen Außenminister Karel Schwarzenberg zusammen. Thaci betonte erneut den Wunsch seiner Regierung nach Unabhängigkeit. Es gebe keinen Hinderungsgrund, die Unabhängigkeit sei der Wille von zwei Millionen Kosovo-Albanern. Man warte auf internationale Anerkennung, dieser Prozess müsse auf internationaler Zusammenarbeit basieren. Schwarzenberg sagte, das Kosovo liege in Europa, die Europäische Union müsse sich dort engagieren.
Die EU in Brüssel teilte indes mit, sie werde einer Polizeitruppe für das Kosovo nicht vor Februar zustimmen, um die Präsidentenwahl in Serbien nicht zu beeinflussen.