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"Erika" und andere Schrotttanker

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"Erika" und andere Schrotttanker

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Als diese Bilder entstanden, hatte der Kapitän des 25 Jahre alten Tankers bereits vergeblich versucht, sein leckgeschlagenes Schiff in einen französischen Hafen zu retten.
Aus Angst, dann könnte die umliegende Mündung der Loire verschmutzt werden, schickten ihn die Hafenbehörden wieder hinaus in den Sturm.

Bevor die “Erika” auf ihre letzte Reise ging, hatte die italienische Kontrollfirma Rina zwar Korrosionsschäden festgestellt und Reperaturen verlangt.
Ob die auch ausgeführt wurden prüfte vor dem nächsten Auslaufen aber niemand.

So erscheint es nur logisch, dass drei Jahre später in der gleichen Region die nächste Katastrophe dieser Art folgte. Diesmal hiess der “Seelenverkäufer” makabrerweise auch noch “PRESTIGE”. Zumindest wurde danach die EU-Kommission wachgerüttelt. Vielleicht half ja auch, dass die zuständige Kommissarin Loyola de Palacio aus dem ebenfalls geschädigten Spanien stammte.
Jedenfalls verlangte sie jetzt sehr nachdrücklich Entscheidungen für bessere Kontrolle, um weitere
Umweltschäden an Europas Küsten zu verhindern.

Für 80 Prozent für Unfälle verantwortlich sind mehr als 15 Jahre alte Tanker. Die machen aber
40 Prozent der Tankerflotte auf Europas Meeren aus.
Darum sollen ab 2015 nur noch doppenwandige Tanker zugelassen werden.
Nur noch 13 ihrerseits streng überwachte Klassifizierungsgesellschaften dürfen den Schiffen freie Fahrt über die Meere genehmigen
In jedem Hafen sollen jeweils 25 Prozent der Schiffe kontrolliert werden – zu Zeiten der “Erika”-Katastrophe waren es ganze 9 Prozent.

Und dann bleibt da noch das Problem der “Billigflaggen” . Danach sind die größten Flotten in Ländern wie Panama, Malta, Kambodscha oder gar im Binnenland Mongolei registriert.

Beispiel im Fall des Tankers “Prestige” sah das so aus: Libanesischer Besitzer, griechischer Reeder, panamesische Flagge, Schweizer Charterer und amerikanisches Schiffspatent.

Bei der “Erika” meldete sich eigentümlicherweise nach dem Schiffbruch nicht einmal ein Eigentümer.

Da fragt man sich doch unwillkürlich:
Warum chartert ein Weltkonzern mit vollen Kassen wie TotalFina einen Tanker mit unklaren Besitzverhältnissen, der in 25 Jahren schon siebenmal seinen Namen und noch öfter den Besitzer gewechselt hat?