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Total wegen Erika-Havarie verurteilt

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Total wegen Erika-Havarie verurteilt

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Acht Jahre nach dem Untergang des Tankers “Erika” vor der bretonischen Küste und der dadurch verursachten Ölpest hat ein französisches Strafgericht erstmals einen Konzern wegen “Schädigung der Umwelt” zu Zahlungen auch an Umweltschutzorganisationen verurteilt. Demnach muss der Ölkonzern Total Schadenersatz in Höhe von fast 200 Millionen Euro an zivile Kläger zahlen. Außerdem verurteilten die Richter den Konzern zu einer Geldstrafe von 375.000 Euro. Die “Erika” fuhr seinerzeit unter maltesischer Flagge und hatte 30.000 Tonnen Schweröl an Bord, als sie sank. In der Urteilsbegründung hieß es, Total habe leichtsinnig einen zu alten Tanker gechartert. Neben dem Ölkonzern wurden auch der italienische Reeder Giuseppe Savarese und der Direktor der italienischen Schiffswartungsgesellschaft Panship, Antonio Pollara, verurteilt. Beide hätten durch einen “schwerwiegenden Fehler” den Untergang der “Erika” mitverursacht. Reparaturarbeiten am Öltanker seien unter der Vorgabe der Kostenminimierung vorgenommen worden. Die Ölpest nach dem Auslaufen des Schweröls aus der “Erika” verseuchte 400 Kilometer der französischen Küste, mehr als 150.000 Seevögel verendeten. Rund 100 zivile Parteien hatten auf Schadenersatzzahlungen in Höhe von einer Milliarde Euro geklagt; von den nun fälligen 192 Millionen erhält der französische Staat gut 150, die Region Bretagne 2,5 und das Département Loire-Atlantique mehr als fünf Millionen Euro. Erstmals erhalten auch Umwelschutzorganisationen Entschädigungen: die Französische Liga für Vogelschutz 680.000 Euro, Greenpeace und der World Wide Fund for Nature-Frankreich immerhin jeweils 33.000.