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Prodi übernimmt Justizministerium

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Italiens Regierungschef Romano Prodi übernimmt
nach dem Rücktritt seines Justizministers Clemente Mastella dessen Amt übergangsweise selbst. Prodi hatte noch gestern versucht, den Justizminister von dessen Rücktritt abzubringen, um eine Krise seiner mit äußerst knappen Mehrheiten regierenden Koalition zu verhindern. Prodi stellte sich zugleich hinter Mastella. Es sei wohl die schwierigste Rede im langen politischen Leben Mastellas gewesen, als dieser seinen Rücktritt erklärt habe. Er fühle sich in seiner Ehre gekränkt und sehe seine Gefühle verletzt. Als Minister, Kollege, Politiker und Freund spreche er, Prodi, Mastella seine tiefste Solidarität aus. Mastella ist Vorsitzender der kleinen UDEUR-Partei in der zersplitterten Mitte-Links-Koalition, die
aus neun Parteien besteht. Er wandte sich gegen eine geplante Wahlrechtsreform in Italien, die kleine Parteien schwächen würde. Mastella hatte zuvor seinen Rücktritt wegen Ermittlungen in einer Korruptionsaffäre bestätigt. Er kündigte allerdings an, die Regierungskoalition weiter unterstützen zu wollen. Mastella sagte, er habe mit Prodi gesprochen und seine Entscheidung bestätigt. Es gehe um seine Würde und um seine Ehre. Gegen Mastella und seine Frau wird vor allem wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch ermittelt. Sandra Lonardo Mastella ist Vorsitzende des Regionalparlaments von Kampanien. Sie
soll zusammen mit einer Reihe anderer UDEUR-Politiker Druck auf den Chef eines Krankenhauses in Caserta ausgeübt haben, um Ernennungen von Chefärzten durchzudrücken.