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Streit zwischen London und Moskau weiter verschärft

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Streit zwischen London und Moskau weiter verschärft

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Der diplomatische Streit zwischen Russland und Großbritannien verschärft sich weiter: Nach der Niederlassung des British Council in Sankt Petersburg musste auch das Institut in Jekaterinburg vorläufig schließen. Nach britischen Angaben waren Mitarbeiter der Petersburger Filiale
festgenommen und drangsaliert worden.
Moskau beschuldigt London, die Büros des British Council widerrechtlich und ohne Steuerzahlungen zu betreiben.
Im Unterhaus in London erklärte Außenminister David Miliband, Russland habe keinerlei Rechtsgründe für eine Schließung der Kultureinrichtung präsentiert. Daher würden nun ihre Mitarbeiter eingeschüchtert. Das erinnere an den Kalten Krieg – und der sei doch eigentlich vorbei.
Am Vortag hatte Miliband erklärt, Leidtragende der Affäre seien die russischen Nutzer der Einrichtung. Die Filiale des British Council in Moskau ist noch für die Öffentlichkeit zugänglich.
Auf den Straßen der Hauptstadt äusserten sich
Passanten verwundert über die Vorhänge: Alles Politik, sagte ein Mann; die Beziehungen mit Großbritannien seien schlechter geworden, aber wirklich ernst sei das doch nicht, der Streit werde gewiss bald vorüber sein.
Hintergrund des Streits ist die Ermordung des früheren Geheimagenten Alexander Litwinenko in London vor gut zwei Jahren. Großbritannien fordert die Auslieferung des Mordverdächtigen Andrej Lugowoi. Russland wiederum verlangt die Überstellung des im Londoner Exil lebenden Kremlkritikers Boris Beresowski.