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Verhärtete Fronten im Kosovo-Streit


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Verhärtete Fronten im Kosovo-Streit

Ein unabhängiges Kosovo könnte international isoliert bleiben – mit dieser Aussicht droht jedenfalls Russland. Die abtrünnige serbische Provinz werde niemals Mitglied der UNO oder anderer Organisationen werden, sagt der russische UNO-Botschafter Witali Tschurkin.

Die Bevölkerung im Kosovo ist überwiegend albanisch und will einen eigenen Staat. Russland ist aber Serbiens wichtigster Verbündeter und will das verhindern.

Serbiens Präsident Boris Tadic spricht im UNO-Sicherheitsrat von übereilten Entscheidungen, die den ganzen Balkan gefährden würden. Die Folgen seien auch unvorhersehbar für andere Regionen, in denen es ebenfalls Abtrennungsbestrebungen gebe.

Auch Russland fürchtet ein schlechtes Beispiel für eigene Gebiete. Die neue Kosovo-Regierung unter Hashim Thaci, einem früheren Unabhängigkeitskämpfer, hat aber schon angekündigt, nach dem Scheitern aller Gespräche jetzt auch einseitig einen eigenen Staat auszurufen.

Die meisten EU-Länder würden ein unabhängiges Kosovo anerkennen, ebenso die USA. Vieles andere ist ungewiss. Trotzdem kann sich Thaci der Unterstützung der Kosovo-Albaner sicher sein: Das jahrelange diplomatische Hin und Her haben sie nun
satt.

In einer Kneipe in der Hauptstadt Pristina verfolgen die Gäste die Reden im Sicherheitsrat; einer von ihnen sagt: “Wie lange sollen wir denn noch warten?
Die Zeit vergeht, unser Leben vergeht, und immer die gleichen Worte. Das Kosovo muss unabhängig werden. So kann man doch nicht leben: ein Staat, der keiner ist!”

Das soll sich nun ändern, wohl nach der bevorstehenden serbischen Präsidentenwahl. Serbien verspricht zumindest, gegen ein unabhängiges Kosovo keine Gewalt anzuwenden; es wird dann wohl mehr um wirtschaftlichen Druck gehen.

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