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Richtungswahl in Serbien

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Richtungswahl in Serbien

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In Serbien laufen die letzten Vorbereitungen für die morgige Präsidentenwahl. Dabei entscheiden sich die Wähler nicht nur zwischen insgesamt neun Kandidaten. Es geht auch um eine Entscheidung über den künftigen Weg Serbiens. Die wichtigsten Kontrahenten stehen für zwei vollkommen entgegengesetzte politische Projekte.

Boris Tadic, der aktuelle Präsident und Chef der Demokratischen Partei, tritt für ein demokratisches, wirtschaftlich entwickeltes Serbien ein und will das Land in die EU führen. Falls Tadic wiedergewählt werden sollte, könnte Serbien noch bis Jahresende Kandidat für die EU-Mitgliedschaft werden, meinen Experten.

Dagegen ist Tomislav Nikolic ganz offen gegen die EU, weil sie die Unabhängigkeit des Kosovos befürworte. Er setzt sich für engste politische und militärische Bindungen an Russland ein würde die vom UN-Tribunal angeklagten serbischen Kriegsverbrecher nicht verfolgen.

Dennoch vertreten Tadic und Nikolic aber auch einen gemeinsamen Standpunkt: Die mehrheitlich von Albanern bewohnte Provinz Kosovo muss in Serbien bleiben und darf nicht unabhängig werden.

Laut Meinungsumfragen kann Nikolic im ersten Wahlgang mit 21 Prozent der abgegebenen Stimmen rechnen, Tadic mit 19. Die endgültige Entscheidung über den neuen Präsidenten fällt in einer Stichwahl Anfang Februar.