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Richtungsentscheidung bei Präsidentenwahlen in Serbien: Isolationismus oder EU-Kurs?

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Richtungsentscheidung bei Präsidentenwahlen in Serbien: Isolationismus oder EU-Kurs?

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Der serbische Präsident Boris Tadic hat am Tag der Präsidentschaftswahlen seine pro-europäische Haltung bekräftigt. Tadic, der auf eine zweite Amtszeit hofft, gab am Sonntag morgen seine Stimme ab. Viele serbische Wähler stehen einer Annäherung an die EU skeptisch gegenüber, aber Tadic ist dennoch optimistisch. “Ich bin sicher, dass Serbien am Ende den europäischen Weg wählen wird”, sagte er, “für die Zukunft des Landes und vor allem die Zukunft der jungen Generation. Ich bin sehr zuversichtlich was den Ausgang dieser Wahlen betrifft.” Tadics Rivale Tomislav Nicolic von der Serbischen Radikalen Partei nützte die Europaskepsis seiner Landsleute im Wahlkampf weidlich aus. Nikolic plädiert für eine Annäherung an Russland, mit dem Argument, Moskau werde die EU letztlich dominieren. Mit Russland werde es keine Erpressung und keine Demütigungen mehr geben, meinte er. Der EU werde man nur dann beitreten, wenn diese Serbien keine Hindernisse mehr in den Weg lege.

Rund 6,5 Millionen Menschen waren zur Stimmabgabe aufgerufen. Aber trotz der richtungsentscheidenden Bedeutung der Wahl begann der Urnengang schleppend. In vielen größeren Städten blieb die Wahlbeteiligung bis zum frühen Nachmittag unter 10 Prozent. Das, so meinen Experten, könnte Nikolic zugute kommen. Einig sind sich Tadic und Nikolic in der Kosovo-Frage: Beide lehnen eine Unabhängigkeit der südserbischen Provinz ab. Auch im Kosovo wurden die Wähler zu den Urnen gerufen, wobei die NATO-Truppe KFOR die Sicherheitslage überwachte. Kosovarische Medien berichteten, dass der endgültige Termin für die Unabhängigkeit des Kosovo nächste Woche in Brüssel festgelegt werden solle.