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Serbien: Präsidentenwahl wird zur Abstimmung über künftigen Kurs

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Serbien: Präsidentenwahl wird zur Abstimmung über künftigen Kurs

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In Serbien wird heute ein neuer Präsident gewählt. Und die gut sechseinhalb Millionen Wahlberechtigten stimmen dabei auch über die Zukunft des Landes ab. In den Umfragen führt der extreme Nationalist Tomislav Nikolic, dicht gefolgt von Amtsinhaber Boris Tadic. Sieben weiteren Kandidaten werden kaum Chancen eingeräumt.

Tadic steht für einen prowestlichen Kurs in Richtung EU-Mitgliedschaft. Er wird offen von den USA und der EU unterstützt, die einen Rechtsruck Serbiens verhindern wollen. Einige EU-Staaten befürworten daher eine baldige Unterzeichnung des Assoziierungsabkommens.

Oppositionsführer Nikolic will das Land dagegen enger an Russland binden. Der Nationalist strebt nach einem Großserbien unter Einschluss von Gebieten in den Nachbarländern. Beim Thema Kosovo sind sich alle Kontrahenten einig. Nur ein liberaler Kandidat sagt, Serbien müsse sich mit der bevorstehenden Unabhängigkeit der Provinz abfinden.

Die Richtung Serbiens, für viele ist sie das entscheidende Thema: “Diese Wahlen sind ein Referendum: Für die EU oder Russland. Russland ist, was Nikolic anbietet – und Ministerpräsident Kostunica hat ihn kürzlich darin unterstützt. Das erinnert mich an Milosovic. Ich kann das einfach nicht glauben,” sagt ein Tadic-Wähler.

Andere beschäftigt die desolate Wirtschaftslage: “Junge Leute können sich das Studium nicht leisten. Meine Generation wandert in Scharen aus, für eine bessere Zukunft, woanders. Ich glaube, dass Tomislav Nikolic das ändern wird. Dass wir hier bleiben können, ohne von unseren Eltern abhängig zu sein,” hofft eine Anhängerin Nikolic’.

Als wahrscheinlich gilt, dass keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit erreichen wird. Dann würde es in zwei Wochen zur Stichwahl kommen.