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Sarkozy Quoten-Träume EU-Partnern nicht willkommen

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Sarkozy Quoten-Träume EU-Partnern nicht willkommen

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Die Idee des französischen Präsidenten, aus dem Fischfangquotensystem auszusteigen, ist bei den EU-Partnern schlecht angekommen. Nicolas Sarkozy hatte sich am Samstag im Wahlkampfgetümmel vor den Kommunalwahlen vor französischen Fischern zum Versprechen hinreißen lassen, dass man unter französischem EU-Ratsvorsitz im nächsten Halbjahr aus dem Quotensystem herauskommen sollte.

Sein Agrar- und Fischereiminister Michel Barnier ruderte nun in Brüssel schleunigst zurück. Von Abschaffung der Fangquoten könne keine Rede sein – wohl aber von einer Reform: “Anstatt immer etwas archaisch zu feilschen, und das eine ganze Nacht lang, die irgendwann um sieben Uhr morgens endelt, nach dem Motto: ich geb dir Kabeljau, lass du mir Seelachs, ich brauch Hering, gib mir Seezunge, auf Basis der Vorschläge der Kommission, sollten wir lieber gelassen während zwei Ministerratssitzungen darüber verhandeln und versuchen, Quoten für drei Jahre aufzustellen statt für jedes Jahr neu.”

Mehrere seiner Kollegen betonten beim EU-Landwirtschaftmininisterrat in Brüssel, dass die Quoten unabdingbar seien, damit die Fischer auch in Zukunft noch etwas zu fangen bekommen. Auch für Umweltschützer ist Sarkozys Vorschlag nicht haltbar: “Quoten sind nur ein Instrument von vielen, die für das Management der europäischen Fischerei nötig sind. Wir müssen ebenso die Fischerei reduzieren, die Kapazitäten, die Subventionen. Qoten sind nur ein Aspekt unter mehreren, auf die man bei der Fischerei achten muss”, erklärt Julie Cator von der Meeresschutzorganisation Oceana.

Für Frankreichs Fischer geht es um die nationale Identität. Doch die EU-Partner hören, bei allem Feilschen, inzwischen angesichts der Überfischung lieber mehr auf die Warnungen der Wissenschaftler.