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Erster Auftritt für Präsidentenfavorit Medwedew

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Erster Auftritt für Präsidentenfavorit Medwedew

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In knapp sechs Wochen wählen die Russen einen neuen Staatspräsidenten – und Dmitri Medwedew ist für das Amt laut Umfragen der haushohe Favorit. Zur Zeit ist er noch Vizechef der Regierung; aber Wladimir Putin, der jetzige Präsident, hat Medwedew zu seinem Wunschnachfolger ernannt, wenn er selbst im März nach zwei Amtszeiten zunächst abtreten muss.

Zum ersten Mal seitdem hat Medwedew einen großen Auftritt, bei dem über seine Absichten sprechen kann. Das Wichtigste, sagt er hier, sei eine ruhige und stabile Entwicklung. Diese Entwicklung müsse über Jahrzehnte gehen; das sei dem Land ja bisher versagt geblieben.

Besonders hebt er den Kampf gegen Korruption und gegen die Missachtung von Gesetzen hervor, an dem sich auch Putin seit Jahren versucht. Der in den letzten Jahren gelegentlich besorgten Außenwelt verspricht Medwedew ein Russland, das für Dialog und Zusammenarbeit mit der Weltgemeinschaft offen sei.

Der 42-Jährige ist seit Montag als offizieller Kandidat registriert. Das war eine Formsache, weil ja seine Partei im Parlament sitzt – Bedingung erfüllt, wie auch beim Kommunistenführer Gennadi Sjuganow und Nationalistenchef Wladimir Schirinowski.

Bei Gegenkandidat Michail Kasjanow, einem früheren Regierungschef, ist das anders: Er hat keine große Partei hinter sich, die im Parlament vertreten ist – also musste er zwei Millionen Unterschriften sammeln. Das hat er auch geschafft; die Wahlkommission hat aber schon einen großen Teil davon als ungültig oder unglaubwürdig bezeichnet. Die Staatsanwaltschaft spricht sogar von einigen tausend gefälschten Unterschriften und ermittelt deshalb jetzt gegen Kasjanows Wahlkampfteam.

Sollte die Wahlkommission mehr als fünf Prozent der Unterschriften aussortieren, wird Kasjanow zur Wahl Anfang März nicht zugelassen. Beanstandet hat sie bisher schon mehr als den dreifachen Anteil.