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Spanien mausert sich zur Windkraftnation

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Spanien mausert sich zur Windkraftnation

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Im Land, in dem Don Quichote einst gegen Windmühlen kämpfte, wachsen heute die Windräder in den Himmel. Weit über fünfzig Windparks gibt es bereits in Kastilien-La Mancha. Die kräftige Brise in der Region gibt den Auftrieb für das ehrgeizige Projekt, zu den führenden Stromproduzenten in der Branche aufzusteigen.

Jose-Manuel Diaz-Salazar, Industrieminister der Region, nennt die Ziele: “Wir kennen die Projekte und Pläne gut, die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen in Kastilien-La Mancha sind sehr vorteilhaft für saubere Energien. Und wir halten es für durchaus möglich, das Kastilien-La Mancha 2012 vielleicht die erste europäische Region ist, die den Strombedarf ihrer eigenen Bewohner vollständig durch erneuerbare Energien decken kann.”

Spanien war 2006 nach Deutschland weltweit die Nummer zwei bei der installierten Windkraftleistung. Dafür sorgten Wind – und Subventionen. Auch hier ist politischer Anschub für die erneuerbaren Energien nötig. In Kastilien-La Mancha zahlt die Regionalregierung den Produzenten gut drei Cent pro Kilowatt-Stunde drauf.

Venancio Rubio, Geschäftsführer von Iberdrola, einem Unternehmen, das viel in die erneuerbaren Energien investiert, bekräftigt: “Ich könnte nicht sagen, ob man in zehn, fünfzehn Jahren auf dem Windkraftmarkt ohne finanzielle Zuschüsse bestehen kann – heute ist das jedenfalls unmöglich.”

Die Subventionen haben auch die Wirtschaft in der Region angekurbelt: So machte General Electric hier ein Werk auf, das Turbinen für Windräder zusammensetzt – das brachte neue Jobs. Kastilien-La Mancha verkauft seinen sauberen Strom auch an die nahe Hauptstadt Madrid – ganz im Plan der EU, den Anteil der erneuerbaren Energien aufzustocken.

Jedoch: “Erneuerbare Energien sind derzeit nicht wirklich, sagen wir, nachhaltig an den Marktpreisen gemessen. Wir wissen das und sogar die EU-Kommission hat es bestätigt. Sie werden also weiter subventioniert werden müssen – was den einzelnen Staaten enorme Kosten verursacht, oder aber dieser Strom wird teurer sein”, dämpft Philippe de Buck von der europäischen Unternehmervereinigung Business Europe allzu hochfliegende Hoffnungen.