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London zeigt umstrittene russische Kunstschätze

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London zeigt umstrittene russische Kunstschätze

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Aufgrund rechtlicher Streitigkeiten wäre es fast nicht dazu gekommen, doch endlich wurden die lange erwarteten Kunstwerke aus Russland in der Londoner Royal Academy of Arts enthüllt. Die russische Regierung hatte zunächst gedroht, die Leihgaben — darunter Werke des Impressionisten Henri Matisse — zurückzuhalten. Sie fürchtete, aufgrund umstrittener Besitzansprüche könnten einige der Werke konfisziert werden — zu einer Zeit diplomatischer Spannungen zwischen Großbritannien und Russland.

“Der Konflikt wurde oft politisch interpretiert”, so Norman Rosenthal, der Kurator der Ausstellung. “In Wirklichkeit hatten die Russen jedoch ein juristisches Problem. Es wurden bereits in der Schweiz, Italien und in Frankreich Rechtsansprüche auf diese Bilder erhoben. Diese Probleme wollten sie nicht noch einmal haben.”

Viele der in London ausgestellten Kunstwerke waren nach der russischen Rebolution von der Sowjetunion verstaatlicht worden und die Erbe der ursprünglichen Besitzer verlangen Entschädigung.
“Wir wollen dafür kompensiert werden, dass die Bilder hier ausgestellt werden”, sagt Pierre Konovaloff, ein Nachkomme der enteigneten russischen Kunstsammler. Dazu wird es jedoch kaum kommen, denn die britische Regierung hat die Rückgabe der Werke garantiert.

Die Ausstellung From Russia betrachtet bis Mitte April den kulturellen Austausch zwischen Russland und Westeuropa in der bewegten Periode zwischen 1870 und 1925.