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Milliardenbetrug bei Societe Generale - Aktienhändler stößt französische Großbank in eine Krise

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Milliardenbetrug bei Societe Generale - Aktienhändler stößt französische Großbank in eine Krise

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Mit betrügerischen Scheingeschäften hat ein Aktienhändler der Societe Generale die französische Großbank in eine Krise gestürzt. Der Mann sollte die Risiken von Spekulationsgeschäften auf europäische Aktienindizes mit Termingeschäften abfedern. Allerdings löste er in Verlustphasen Verträge nicht auf, sondern glich sie mit fiktiven Buchungen aus.

Der Verlust beläuft sich auf 4,9 Milliarden Euro. Zusammen mit den Abschreibungen in Folge der US-Hypothekenkrise kommt die Societe Generale 2007 auf Gesamtverluste von 6,9 Milliarden Euro. Die Bank sah sich gezwungen, ihre Aktionäre um 5,5 Milliarden Euro frisches Kapital zu bitten.

Konzernchef Daniel Bouton erklärte in Paris, die Societe Generale bleibe aber in der Gewinnzone und werde eine Dividende ausschütten. Die Anteilseigner könnten auf die volle Unterstützung der Belegschaft zählen, um die Folgen dieses außergewöhnlichen Betrugs wieder zu reparieren. Die französische Zentralbank kündigte eine Untersuchung der Vorgänge an. Die Börsenaufsicht nahm bereits Ermittlungen auf.

Nach Meinung von Analysten gibt der Vorfall keine Anlaß, sich über das französische Bankenwesen Sorgen zu machen. Probleme mit Betrugsfällen habe es schon anderswo gegeben, etwa in den USA, sagt Alain Crouzat von Montsegur Finance. Es zeige sich, dass Frankreich nicht vor derartigen Taten geschützt sei. Auch hier säßen alle wie am Spieltisch.

Der Täter ist nach Angaben der französischen Zentralbank untergetaucht. Er wurde ebenso wie einige Vorgesetzte entlassen. Die Börse reagierte mit Kursverlusten von mehr als vier Prozent.