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Gasprom kauft groß in Serbien ein

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Gasprom kauft groß in Serbien ein

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Der russische Gasprom-Konzern übernimmt die Mehrheit an der staatlichen serbischen Ölfirma NIS. Im Beisein der Staatspräsidenten unterschrieben beide Seiten in Moskau den Vertrag. Der Kauf ist in Serbien umstritten: der Monopolist NIS ist das Wertvollste, was das Land zu verkaufen hat. Der Kaufpreis ist unbekannt; Gasprom soll sein erstes Angebot von 400 Millionen Euro nachgebessert haben. Analysten schätzen den Wert des Anteils wesentlich höher, ebenso wie Serbiens Wirtschaftsminister. Eine Ausschreibung gab es nicht; andere Interessenten wie die österreichische OMV waren so ausgeschlossen.

Viele sehen darin ein Dankeschön für Russlands Unterstützung im Kosovo-Konflikt. Präsident Wladimir Putin bekräftigte diese Haltung dann auch gleich noch einmal und sprach von ernsten Schäden für das Völkerrecht sowie von negativen Folgen auf dem Balkan und weltweit, sollte sich die serbische Provinz für unabhängig erklären.

Beide Länder vereinbarten außerdem den Bau einer Erdgasleitung über serbisches Gebiet zur Versorgung Südeuropas. Das steht in Konkurrenz zum so genannten Nabucco-Projekt der EU, die eine Gasleitung aus Mittelasien an Russland vorbei bauen will, bis nach Niederösterreich. Hier ist die OMV federführend; der Baubeginn ist für nächstes Jahr geplant.