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Suharto regierte 32 Jahre mit eiserner Hand

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Suharto regierte 32 Jahre mit eiserner Hand

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Zu schwach, um noch aufrecht zum Arzt zu gehen. Das waren die letzten Lebensbilder des jahrzehntelang mächtigsten Mannes auf den indonesischen Inseln. 32 Jahre lang hatte Hadji Mohamed Suharto mit eiserner Hand regiert.

Begonnen hatte der 1921 auf der Insel Java geborene seine Karriere beim Militär. Bis zum General aufgestiegen war Suharto unter der Präsidentschaft von Präsident Sukarno.
Die beiden Männer hatten in den 40er Jahren beide gegen die niederländischen Kolonialherren für die Unabhängigkeit gekämpft. Als links-orientierte Militärs 1965 gegen Sukarno einen Putsch anzettelten, schlug Suharto den im Ansatz nieder – und putschte sich selbst an die Macht. Die festigte er mit der brutalsten Kommunistenverfolgung, die die Welt zu jener Zeit erlebte. Auf eine Million wird die Zahl der Massakrierten geschätzt.

Suharto setzte auf westliche Hilfe, holte amerikanische Erdölfirmen ins Land. Gegen Andersdenkende ging er mit blutiger Gewalt vor. Das bekamen 1975 nach dem Abzug portugisischer Truppen von Ost-Timor die dortigen Verfechter einer Unabhängigkeit zu spüren. Präsident Suharto nannte es “Neue Ordnung”, dieses brutale Niederschlagen von pluralistischen Ansätzen. Die Indonesier ertrugen auch seine Günstlingswirtschaft, bis Ende der 90er Jahre die Wirtschaftskrise, die ganz Südostasien erfasste, ihnen das Leben unerträglich machte.

Nachdem der Diktator im Mai 1998 seinen Rücktritt erklärt hatte, brach Jubel aus im Land der 13.000 Inseln. Jetzt wurde auch gefragt, woher der sagenhafte Reichtum der Familie Suharto stammte. Bis zu 40 Milliarden Dollar schätzten Experten. Einem Prozess entkam der Ex-Diktator nur dank seines schlechten Gesundheitszustandes. Verurteilt wurde letztlich nur sein Sohn, der wie praktisch alle Familiemitglieder mitkassiert hatte.