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Regierungsbildung in Hessen völlig offen

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Regierungsbildung in Hessen völlig offen

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“Roland Koch droht die Abschiebung”, titelte eine deutsche Zeitung ironisch nach der Niederlage des hessischen Ministerpräsidenten. Koch, der im Wahlkampf härtere Strafen für jugendliche Gewalttäter gefordert hatte und dem Gegner Ausländerfeinlichkeit vorgeworfen hatten, hat nun guten Grund, um seinen Job zu bangen. Auch für Bundeskanzlerin Angela Merkel, die in Berlin eine schwarz-rote Regierung führt, dürfte es keine leichte Stunde gewesen sein, als feststand, dass die CDU mehr als 12 Prozent verloren hatte. In Hessen, wo die Konservativen mit den Liberalen
koaliert hatten, ist die Regierungsbildung nun völlig offen. Die Sozialdemokraten aber waren in Jubelstimmung. Denn die SPD liegt nur knapp hinter der CDU. SPD-Politiker zeigten sich zuversichtlich, dass die hessische Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti Ministerpräsidentin wird. Welches die Auswirkungen der Hessen-Wahl auf den Bund sein werden, wagt noch niemand zu sagen. Gewählt wurde am Sonntag auch in Niedersachen. Auch dort verlor die CDU Stimmen, lag aber mit mehr als 42 Prozent weit vorne. Ministerpräsident Christian Wulff kann das Bündnis mit der FDP fortsetzen.
Die Sozialdemokraten aber erreichten in Niedersachsen mit etwas mehr als 30 Prozent eines ihrer schlechtesten Ergebnisse.