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Türkei schafft Kopftuchverbot an Hochschulen ab

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Türkei schafft Kopftuchverbot an Hochschulen ab

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In der Türkei soll in Kürze das Kopftuchverbor an Hochschulen abgeschafft werden. Die islamisch-konservative Regierungspartei AKP und die oppositionelle Partei der Nationalistischen Bewegung legten dem Parlament in Ankara eine entsprechende Übereinkunft vor. Die beiden Parteien verfügen über die Mehrheit der Stimmen. Sie wollen jedoch nicht ein neues Gesetz verabschieden, sondern zwei Artikel der Verfassung ändern. “Studentinnen soll das Tragen von Kopftüchern erlaubt werden”, so der Chef der Nationalisten, Devlet Bahceli, “solange dabei das Gesicht freibleibt.”

In der Türkei tragen mehr als zwei Drittel der Frauen Kopftücher. Mit der Aufhebung des Verbots an den Hochschulen werde der soziale und religiöse Druck auf die Frauen erhöht, die das Kopftuch ablehnen, mahnen Kritiker. Für die laizistische Opposition ist das Kopftuchverbot eines der Symbole der Trennung von Staat und Religion. Sie beschuldigt die Regierungspartei des Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan, die Islamisierung der Türkei zu betreiben. Die Frau Erdogans sowie die Frau des Staatschefs Abdullah Gül tragen in der Öffentlichkeit das Kopftuch.