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Rebellen in die Hauptstadt des Tschad einmarschiert

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Rebellen in die Hauptstadt des Tschad einmarschiert

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Nach tagelangem Marsch auf die Hauptstadt des Tschad sind bewaffnete Rebellen in N’Djamena eingedrungen; mehr als eintausend sollen sich in der Stadt befinden. Sie rückten auf den Präsidentenpalast vor und drohten, das Gebäude anzugreifen. Staatschef Idriss Deby soll sich darin aufhalten.

Afrikanische Staats- und Regierungchefs verurteilten den Angriff der Rebellen in einer Erklärung zum Abschluss des Gipfels der Afrikanischen Union in Addis Abeba. Sie drohten, die AU-Mitgliedschaft des Tschad zu suspendieren, falls die Rebellen die Regierung stürzen sollten.

Rebellenführer Timan Erdimi ist nach eigenem Bekunden bereit, über eine Regierungsbeteiligung zu verhandeln. Präsident Idriss Déby hatte sich selbst 1990 an die Macht geputscht. Im Mai vergangenen Jahres war er in einer umstrittenen Wahl zum zweiten Mal im Amt bestätigt worden.

Frankreich hatte vor gut zwei Jahren in seiner früheren Kolonie mit Truppen geholfen, einen Staatsstreich gegen Deby zu verhindern. Am Freitagabend entsandte Frankreich 150 zusätzliche Soldaten in den Tschad. Mehr als sechshundert französische Staatsbürger und weitetere Ausländer wurden auf ihre Evakuierung vorbereitet.

Die Europäische Union setzte die Entsendung weiterer Soldaten für ihre Schutztruppe vorerst aus. Die Truppe soll hunderttausende Flüchtlinge aus der sudanesischen Krisenregion Darfur schützen.