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Im Kosovo wählt nur die Minderheit der Serben

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Im Kosovo wählt nur die Minderheit der Serben

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Auch die 91-jährige Radmila Savic will von ihrem Stimmrecht Gebrauch machen – in der Unruheprovinz Kosovo. Dafür muss sie von der Provinzhauptstadt Pristina mit dem Bus in die serbische Enklave Gracanica fahren. Frau Savic gehört zu den wenigen Serben, die in Pristina verblieben sind – wo einst rund 45.000 von ihnen lebten. Nun sind es so wenige, dass es in der Provinzhauptstadt kein Wahllokal gibt. Denn die von der albanischen Mehrheit gestellten Behörden des Kosovo beteiligen sich nicht an der Wahlorganisation.

Mitrovica ist die größte serbische Enklave – der Nordteil der Stadt; aus dem Südteil wurden die Serben vertrieben. In der serbischen Hälfte wird gewählt. Auch Herr und Frau Pajovic gehen zur Abstimmung. Serbien sei Serbien, und das Kosovo gehöre dazu, stellte Dragoljub Pajovic fest. Er hoffe, dass der nächste Präsident Serbiens daran festhalten werde. Das würde wohl nur der Kandidat der Radikalen tun, erklärt Zorica Pajovic, und deshalb werde sie Nikolic wählen.

In der Provinzhauptstadt Pristina deutet fast nichts darauf hin, dass im Staate Serbien, zu dem das Kosovo völkerrechtlich noch immer gehört, ein Präsident gewählt wird. Der stellvertretende Ministerpräsident der Provinz, Hajredin Kuqi, erklärte, die Wahl in Serbien habe keine Bedeutung für die Zukunft Kosovas; das Gebiet werde seinen eigenen Weg gehen und auf dem Weg in die Zukunft mit allen Staaten zusammenarbeiten, auch mit Serbien. Kosova werde auf jeden Fall ein unabhängiger Staat. Politische Beobachter erwarten eine baldige formelle Unabhängigkeitserklärung der Regierung in Pristina.