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Tadics Wahlsieg in Serbien ändert nichts an kosovarischen Unabhängigkeitsplänen

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Tadics Wahlsieg in Serbien ändert nichts an kosovarischen Unabhängigkeitsplänen

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“Unabhängigkeit jetzt!” titelt der albanischsprachige “Express” im Kosovo, und illustriert seine Schlagzeile mit dem Bild des wiedergewählten Präsidenten Serbiens. Auch wenn dieser auf den Verbleib der Provinz im serbischen Staatsverband besteht: Für die Kosovoalbaner steht die Unabhängigkeit unmittelbar bevor. Der kosovarische Präsident Fatmir Sejdu denkt, dass Serbien nun die Vergangenheit hinter sich lasse – und vor allen Dingen seine radikale Weigerung, dem Kosovo die Unabhängigkeit zu gewähren.

Während in Pristina der Sieg Tadics begrüsst wird, haben die serbischsprachigen Kosovaren in Mitrovica mehrheitlich für den Ultranationalisten Nicolic gestimmt, der sich im Wahlkampf radikaler als der Amtsinhaber gegen die Abspaltung der Provinz gestellt hatte. Die erste Enttäuschung über den Wahlausgang, hat in Mitrovica aber rasch der Desillusionierung Platz gemacht: “Das war ein knappes Ergebniss”, kommentiert Javorka Jovanovic, “aber was ändert das schon, für uns hier im Kosovo?”

Die Wahlplakate für den unterlegenen Nicloic hängen noch, aber so mancher versucht im Wahlausgang auch etwas Gutes zu sehen: Goran Obradovic erklärt, er habe kein anderes Ergebniss erwartet. Nun rücke Serbien näher an die EU, und das Kosovo damit auch, denn es sei ja Teil Serbiens. Das aber kann schon bald nicht mehr so sein: Der kosovarische Parlamentspräsident Jakup Krasniqi hat heute morgen die Unabhängigkeit noch in diesem Monat angekündigt.