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Rebellen in Tschad wollen weiter den Sturz des Präsidenten

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Rebellen in Tschad wollen weiter den Sturz des Präsidenten

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In den Straßen von N’Djamena, der Haupstadt des Tschad, sind die Spuren der Rebellenangriffe vom Wochenende noch allgegenwärtig. Nun haben die Aufständischen gesagt, sie würden einen Waffenstillstand akzeptieren, wenn Präsident Idriss Déby die Macht abgäbe. Jetzt müsse es einen nationalen Dialog geben, um eine “wirklich
demokratische Regierung” zu bilden, sagte Rebellensprecher Abderaman Koulamallah in einem Interview des französischen Radiosenders RFI. Den im Tschad stationierten französischen Truppen warf er vor, für die vielen Opfer verantwortlich zu sein. Präsident Déby habe zudem während der Kämpfe Razzien gegen Oppositionelle organisiert. Der Präsident der ehemaligen Kolonialmacht, Nicolas Sarkozy, hat inzwischen bestritten, dass französischer Streitkräfte in die Kämpfen eingegriffen haben.

Gestern bereits hatte der UN-Sicherheitsrat in New York die Angriffe verurteilt. In der nicht-bindenden Erklärung forderte er ein Ende der Gewalt, und eine vertstärkte Zusammenarbeit der Nachbarstaaten des Tschad. Während die Regierung in N’Djamena den östlichen Nachbarn Sudan beschuldigt, die Rebellen zu unterstützen, hat der Kamerun im Süden zunehmend Schwierigkeiten den Flüchtlingstrom aus dem Tschad aufzunehmen. Nach Schätzungen des UN-Flüchtlingskommissariats überquerten in den vergangenen Tagen zwischen 15.000 und 20.000 Menschen die Grenzbrücke zwischen den beiden Staaten. Fast 10.000 Menschen kampieren in der Nähe der kamerunischen Grenzstadt Kousseri – mittellos, und unter freiem Himmel. Das örtliche Rote Kreuz versucht, Nothilfe zu organisieren.