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Im Tschad verurteilte Franzosen könnten bald freikommen

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Im Tschad verurteilte Franzosen könnten bald freikommen

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Vor dem Hintergrund der letzten Rebellenangriffe im Tschad, könnte sich eine unerwartet schnelle Wende für das Schicksal der Mitarbeiter der Hilfsorganisation Arche de Zoé ergeben. Die sechs Franzosen waren im Dezember in der Haupstadt N’Djamena wegen Kindesentführung zu Zwangsarbeit verurteilt worden, nachdem sie versucht hatten, unerlaubt mehr als hundert Kinder aus dem Land auszufliegen. Im Rahmen eines humanitären Abkommens waren sei dann aber in ihre Heimt gebracht worden. Nun hat Präsident Idriss Déby gesagt, er könne einem französischen Gnadengesuch nachgeben – wenn Frankreich ihn darum bäte. Ohne Begnadigung durch Déby müssten die Verurteilten ihre Strafe in Frankreich absitzen.

Eine schnelle Gnade galt aber bis zum gestrigen Besuch des französischen Verteidigungsministers Hervé Morin als unwahrscheinlich, weil es schien, dass der Tschad so die Unabhängigkeit seiner Justiz, und seine eigene Unabhängigkeit von der ehemaligen Kolonialmacht unter Beweis stellen wollte. Angesichts der Bedrohung seines Landes durch bewaffnete Rebellen gab Déby Morin auch grünes Licht für die seit längerem geplante europäische Schutztruppe im Tschad, deren Stationierung nun ab nächster Woche erwartet wird.