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Thailand will wegen Preisexplosion "Reis-OPEC"

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Thailand will wegen Preisexplosion "Reis-OPEC"

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In Indonesien beraten an diesem Wochenende die Handelsminister der ASEAN-Staaten über Wege aus der wachsenden Nahrungsmittelkrise. Im Vorfeld sprach sich der weltgrößte Reis-Produzent Thailand für die Bildung eines Kartells im Stile der OPEC aus, um mehr Einfluss auf die internationalen Reispreise zu erlangen. Potenzielle Mitglieder könnten demnach neben Thailand auch Laos, Birma Kambodscha und Vietnam werden.

Der Preis für die Tonne Reis ist in den vergangenen vier Jahren um fast 500 Prozent gestiegen. Kostete sie auf den Weltmärkten 2004 noch 200 Dollar, so notiert sie heute bei knapp tausend Dollar.

Experten glauben zwar nicht an eine anhaltenden Preisexplosion, sehen aber auch keine Rückkehr zu früheren Preisniveaus. Der Preisanstieg sei ganz real durch eine stärkere Nachfrage bedingt, sagt Alex Waugh, Direktor des Weltreisverbandes in London. Jedes Jahr wachse die Weltbevölkerung um 80 Millionen Menschen – das seien die Einwohner Deutschlands.

Nicht nur deswegen halten viele Experten die Idee eines Reis-Kartells für wenig zweckmäßig. Anders als die OPEC-Staaten hätten die Reisanbauländer aber keine Möglichkeit, die Versorgung mit ihrem Produkt beliebig zu steuern.

Das Thema Reis könnte sich auch auf der Tagesordnung der allgemeinen Handelsgespräche weiter nach oben schieben. Entsprechend wurden Äußerungen der amerikanischen Handelsbeauftragen Susan Schwab gewertet.