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TUI-Hauptversammlung mit anhaltendem Machtkampf an der Konzernspitze

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TUI-Hauptversammlung mit anhaltendem Machtkampf an der Konzernspitze

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Vor dem Hintergrund eines anhaltenden Machtkampfs an der Konzernspitze hat der deutsche Touristik- und Schifffahrtsriese TUI eine unruhige Hauptversammlung erlebt. Die norwegische Fredriksen-Gruppe als Großaktionär warf in Hannover der TUI-Spitze Mißmanagement und Vetternwirtschaft vor.

Vor dem Saal wandte sich der Sprecher der Kleinaktionäre indes gegen norwegische
“Heuschrecken”. Fredriksen dürfe keine Mehrheit der Anteilseigner bekommen, weil sonst die Botschaft verbreitet werde, mit Geld könne man jedes Unternehmen kaufen und maximal ausbeuten.

Die Norweger drängen vor allem auf einen Wechsel an der Spitze des Aufsichtsrats. Dessen Vorsitzender Jürgen Krumnow müsse seinen Hut nehmen. Er habe eine seit Jahren schlechte Leistungsbilanz zu verantworten, meinte Fredriksen-Sprecher Olav Troim. Die Aktionäre hätten 14 Jahre lang keine Dividende gesehen. Deshalb gehe es darum, aus TUI möglichst rasch wieder ein gewinnträchtiges Unternehmen zu machen.

Stein des Anstoßes ist die geplante Abspaltung der Reederei-Tochter Hapag-Lloyd. Angesichts des schwachen Finanzmarktes will Fredriksen die Sparte Containerschiffahrt behutsam an die Börse bringen. Dagegen denkt der Vorstand an einen raschen Verkauf. Über die Verwendung des Erlöses gibt es indes unterschiedliche Ansichten.