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Birmanische Führung verweigert ausländischen Helfern die Einreise

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Birmanische Führung verweigert ausländischen Helfern die Einreise

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Trotz der schweren Verwüstungen in Myanmar, dem ehemaligen Birma, weigert sich die Militärjunta, ausländische Mitarbeiter von Hilfsorganisationen ins Land zu lassen. Lieferungen seien willkommen, hieß es in einer Erklärung des birmanischen Außenministeriums, aber keine Helfer oder Reporter. Hunderttausende Menschen wurden durch den Zyklon “Nargis” obdachlos, sie benötigen dringend Nahrungsmittel und Medikamente. Die meisten Hilfsorganisationen wollen ihre Lieferungen jedoch nicht der Junta übergeben, da man ihr die nötige Organisation nicht zutraut. Zahlreiche Katastrophenhelfer sitzen seit Tagen in den Nachbarstaaten Birmas fest, da sie keine Einreisegenehmigung bekommen. Der thailändische Regierungschef, der freundschaftliche Beziehungen zur Militärjunta unterhält, will sich am Wochenende für eine Öffnung der Grenzen einsetzen. Die USA erwägen bereits, Hilfsgüter aus der Luft abzuwerfen.

Ungeachtet der katastrophalen Lage der Bevölkerung hält die birmanische Führung an dem für Samstag geplanten Verfassungsreferendum fest – trotz zahlreicher Aufrufe aus dem Ausland, die Abstimmung zu verschieben. Und reichlich zynisch wirkt ein fröhlich-musikalischer Webespot, mit dem die Militärjunta die Bevölkerung zur Stimmabgabe aufruft: Für die meisten Birmaner geht es derzeit nicht um Verfassungsfragen, sondern ums nackte Überleben.