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Birmanisches Militär blockiert Hilfslieferungen und beharrt auf Verfassungsreferendum

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Birmanisches Militär blockiert Hilfslieferungen und beharrt auf Verfassungsreferendum

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Myanmar, das ehemalige Birma, braucht Hilfe – aber die Militärjunta lässt weiterhin keine ausländischen Helfer ins Land. Nach der Beschlagnahmung zweier Lieferungen am Freitag hat das UN-Welternährungsprogramm seine Hilfsflüge ausgesetzt. Möglicherweise könnten die Flüge am Wochenende wieder aufgenommen werden, hieß es.

Ganze Landstriche wurden von dem verheerenden Zyklon verwüstet. Im Wasser treiben Leichen, Ärzte warnen vor dem Ausbrechen von Typhus und Cholera. Tausende Verletzte müssen versorgt werden. Eine Frau beklagt den Verlust eines Kindes, und ihre Wunden können nicht behandelt werden, denn es mangelt an Medikamenten und Verbandsmaterial. Unterdessen sitzen Hunderttausende internationale Helfer in den Nachbarstaaten Birmas fest und dürfen nicht einreisen. Die Militärjunta erklärte, Hilfslieferungen könnten in Rangun abgegeben werden, um die Verteilung kümmere man sich selbst. Auch am Verfassungsreferendum am Samstag halten die Militärs trotz internationaler Kritik fest – und mit einem unangemessen fröhlichen Werbespot sollen die Birmanen zur Abstimmung ermuntert werden.

Aber die Proteste nehmen zu. In Bangkok versammelten sich zahlreiche Demonstranten vor der birmanischen Botschaft. Thailand steht mit der Militärführung in Birma eigentlich auf gutem Fuß. “Wir fürchten, dass die Hilfslieferungen benutzt werden”, meint eine junge Frau, “um die Menschen zu bestechen, damit sie beim Referendum mit Ja stimmen.” Laut der Junta soll die neue Verfassung den Weg für Wahlen bereiten. Die Opposition kritisiert, dass in Wirklichkeit nur die Macht der Armee gestärkt werde.