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Hisbollah erobert sunnitische Viertel in Beirut und bedroht regierungsnahe Medien

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Hisbollah erobert sunnitische Viertel in Beirut und bedroht regierungsnahe Medien

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Kämpfer der schiitischen Hisbollah haben mehrere Viertel in der libanesischen Hauptstadt Beirut unter ihre Kontrolle gebracht. Am Morgen herrschte in den Straßen gespannte Ruhe; Augenzeugen berichteten, dass immer noch Gewehrfeuer zu hören sei. Auch regierungsnahe Medien wurden angegriffen: Am Morgen hatten bewaffnete Hisbollah-Anhänger das Büro einer Zeitung unter Beschuss genommen, die dem sunnitischen Abgeordneten Saad Hariri gehört. Wenig später gingen beim Fernsehsender Future TV Drohungen der Hisbollah ein, das Gebäude zu zerstören. Auch Future TV ist im Besitz der Familie von Saad Hariri. Der Sohn des ermordeten Ex-Regierungschefs Rafik Hariri unterstützt die pro-westliche Regierung unter Ministerpräsident Fuad Siniora. Future TV reagierte umgehend auf die Drohungen der Hisbollah und unterbrach sein Programm.

Insgesamt wurden zwei Fernseh- und ein Radiosender sowie eine Tageszeitung geschlossen, was Beobachter als Zeichen einer Niederlage der Regierungstruppen werteten. Die bewaffneten Auseinandersetzungen konzentrierten sich vor allem auf den Westen Beiruts, wo viele sunnitisch dominierte Viertel liegen. Zahlreiche Menschen flohen in den christlich geprägten Ostteil der Stadt, der von den Straßenkämpfen bislang verschont geblieben war. Der UN-Sicherheitsrat rief die rivalisierenden Gruppen dazu auf, die Kämpfe umgehend einzustellen.