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Hisbollah verliert die Geduld: Ausschreitungen in Beirut sollen Regierung schwächen

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Hisbollah verliert die Geduld: Ausschreitungen in Beirut sollen Regierung schwächen

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Mit einem freundlichen Lächeln gab Hisbollah-Anführer Hassan Nasrallah am Donnerstag den Startschuss für die Ausschreitungen in Beirut. Die Regierung habe der Hisbollah faktisch den Krieg erklärt, sagte er, angestiftet von den USA und Israel. Daher werde die Hisbollah nun ihrerseits mit Waffen gegen ihre Feinde vorgehen. Hinter Nasrallahs Worten steckt sein Zorn über die jüngste Entscheidung der Regierung, das interne Fernmeldenetz der Hisbollah für illegal zu erklären – immerhin sieht Nasrallah dieses Netz als wichtige Waffe im Kampf gegen Israel. Seit Monaten versucht die Hisbollah, das vom Westen unterstützte Kabinett in Beirut mit Streiks, Protesten und Drohungen zu schwächen. Nun, so scheint es, hat Nasrallah die Geduld verloren.

1982 wurde die Hisbollah – übersetzt: die “Partei Gottes” – auf Betreiben des iranischen Revolutionsregimes gegründet. Eine ihrer Hauptaufgaben sieht sie im Kampf gegen Israel. Mit der jüngsten Eskalation hat sie den ohnehin geschwächten Libanon nun gefährlich nah an den Rand eines neuerlichen Bürgerkriegs getrieben.