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Birmanische Junta beharrt aus astrologischen Gründen auf Verfassungsreferendum

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Birmanische Junta beharrt aus astrologischen Gründen auf Verfassungsreferendum

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Ungeachtet der Verwüstungen nach dem Zyklon hat in Birma am Samstag die Abstimmung über eine neue Verfassung begonnen – angeblich deshalb, weil die Astrologen des abergläubischen Chefs der Militärjunta diesen Tag als besonders günstig für das Referendum errechnet hatten. Nur in den vom Unwetter am schlimmsten betroffenen Bezirken wird in zwei Wochen nachgewählt.

Beobachter glauben freilich nicht, dass die Menschen eine echte Wahl haben. Nur die Befürworter der Verfassung seien zu Wort gekommen, sagt Analyst Larry Jagan, eine Nein-Kampagne habe es nicht gegeben. Auch die unter Hausarrest stehende Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi hatte eine Verschiebung der Abstimmung gefordert. Die Opposition befürchtet zudem massiven Wahlbetrug. So sollen Staatsbetriebe ihre Angestellten gezwungen haben, mit Ja zu stimmen. Vor der birmanischen Botschaft in Malaysia protestierten rund 500 Demonstranten gegen das Referendum. Die neue Verfassung gibt dem birmanischen Militär automatisch 25 Prozent der Parlamentssitze sowie mehrere Schlüsselpositionen in der Regierung.