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Militärregierung in Birma verweigert weiterhin Kooperation mit ausländischen Helfern

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Militärregierung in Birma verweigert weiterhin Kooperation mit ausländischen Helfern

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Die Lage der Zyklon-Opfer in Myanmar, dem ehemaligen Birma, bleibt verzweifelt. Es mangelt an Lebensmitteln und Medikamenten. Nur wenige ausländische Helfer können ins Land kommen und die, die es trotzdem schaffen, müssen überall Aufpasser des Militärregimes fürchten. In einem Lazarett an der Grenze zu Thailand werden jeden Tag bis zu 400 Menschen notdürftig versorgt – auch dank der Initiative buddhistischer Mönche, wie ein Mitarbeiter erzählt: “In vielen Städten sammeln die Mönche Nahrungsmittel und bringen sie zu den Bedürftigen. Aber die Militärjunta hat ihnen verboten, die Hilfsgüter zu verteilen.”

Stattdessen präsentieren sich die Militärs lieber selbst als Wohltäter. Auf Propagandavideos sind Soldaten beim Verteilen von Nahrungsmitteln zu sehen. So will die Junta auch beweisen, dass es kein Fehler war, das umstrittene Verfassungsreferendum trotz der Verwüstungen durch den Zyklon abzuhalten. Zynisch findet das Soe Aung, Sprecher der birmanischen Opposition im Exil: “Schon früher bekamen wir Hilfe von internationalen Organisationen, aber die Güter wurden gelagert und nicht verteilt. Die Militärs haben nicht die nötige Erfahrung. Sie haben nur korrupte Behördenvertreter, die ihre Macht mißbrauchen, um sich selbst zu bereichern.”

Dennoch kommen immer mehr Hilfslieferungen aus dem Ausland, etwa aus Thailand. Hilfsorganisationen befürchten ein Massensterben in Birma, wenn die Menschen nicht bald mit sauberem Wasser und Sanitäranlagen versorgt werden. Laut Ärzten ist der Ausbruch von Seuchen nur mehr eine Frage der Zeit.