Eilmeldung

Eilmeldung

Referendum statt Hilfe: Myanmars Militärs zementieren ihre Macht

Sie lesen gerade:

Referendum statt Hilfe: Myanmars Militärs zementieren ihre Macht

Schriftgrösse Aa Aa

In Myanmar, dem früheren Birma, zeigt sich die Militärjunta weiter unnachgiebig. Bis zu zwei Millionen Menschen warten eine Woche nach dem verheerenden Zyklon weiter auf Hilfe. Doch die Regierung wollte zunächst ihre Stimme: Internationalen Protesten zum Trotz hielt sie ein geplantes Referendum ab. Das Staatsfernsehen zeigte Generäle beim Verteilen von Hilfsgütern, während die Junta internationale Hilfe weiter blockiert.

Mit bis zu 100.000 Toten rechnet die UNO. Fast zwei Millionen Menschen sind von Hunger, Durst und Seuchengefahr bedroht. Besonders betroffen sind das Irrawaddy-Delta und die Stadt Rangun, offiziell Yangon. Dort darf in zwei Wochen nachgewählt werden. Mit dem Referendum will die seit 1962 regierende Junta ihre Macht zementieren. Künftig sollen ihr ein Viertel der Parlamentssitze und drei Schlüsselministerien vorbehalten bleiben. Die letzte Wahl fand 1990 statt. Das Ergebnis ignorierten die Militärs.

In Rangun trafen erste russische und britische Hilfsgüter ein. Aus Deutschland ist eine Maschine von Ärzte ohne Grenzen unterwegs. Den internationalen Helfern verweigern die Militärs jedoch weiter die Einreise. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon bemühte sich bislang vergeblich um ein direktes Gespräch mit den Militärs. Die Zeit drängt, denn mit jedem Tag steigt die Gefahr von Seuchen.