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Serbien wählt heute ein neues Parlament

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Serbien wählt heute ein neues Parlament

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Zum zweiten mal innerhalb von 16 Monaten sind 6,7 Millionen Bürger aufgerufen, über die Zusammensetzung der 250 Parlamentssitze abzustimmen: Und über die Zukunft des Landes.

Für Tomislaw Nikolic liegt sie in einem engen Bündnis mit Russland, seine Ultranationalisten lagen in den letzten Umfragen in Führung. Mit seinem anti-europäischen Kurs unterlag Nikolic bei der Präsidentenwahl im Februar knapp Amtsinhaber Boris Tadic.

Tadic wird offen von der EU unterstützt, doch das noch kurz vor der Wahl unterzeichnete Assozierungsabkommen könnte seiner DS-Partei zum Verhängnis werden. Zugunsten einer baldigen Mitgliedschaft verfolgt Tadic einen pragmatischen Kurs in der Kosovo-Frage…

…über den die Koalition mit der DSS von Voijslav Kostunica zerbrach. Weil eine Mehrheit der EU-Staaten die Unabhängigkeit des Kosovo anerkennt, will Kostunica eine weitere Annäherung an Brüssel blockieren.

Auch die Serben im Kosovo sind zur Wahl aufgerufen. Westliche Beobachter befürchten, dass eine nationalistische Regierung das Kosovo aufspalten könnte – mit ungewissen Folgen, etwa für die Serben in Bosnien. Meinungsumfragen zufolge kann der EU-kritische Block mit einer deutlichen Mehrheit rechnen. Mit verlässlichen Ergebnissen wird erst am späten Abend gerechnet.