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Die Inflation trabt auch durch China

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Die Inflation trabt auch durch China

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“Konjunkturelle Überhitzung” – was das bedeutet, lernt der chinesische Normalverbraucher zur Zeit im Ökonomie-Crashkurs.

Rund 50 Prozent mehr für Öl, fast 70 Prozent mehr für Schweinefleisch: In China haben sich die Preise für Lebensmittel drastisch erhöht. Das treibt auch die Inflation nach oben – auf den höchsten Stand seit elf Jahren. Das Jahresziel scheint kaum noch ereichbar – 4,8 Prozent.

Der Zuwachs der Verbraucherpreise erreichte im April 8,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat – damit hat sich die Inflationsrate seit 2006 verfünffacht. Allein Nahrungsmittel wurden um gut 22 Prozent teurer.

Die Inflation dürfte sich auch in andere Bereiche der Wirtschaft ausbreiten. Auch der Preisindex für Produzenten ist im April überraschend stark um gut 8 Prozent gestiegen.

(Die Kostensteigerungen vor allem für Energie und Rohstoffe, die die Fabriken zu verkraften haben, dürften nach Schätzungen von Experten etwa in einem halben Jahr bei den fertigen Produkten am Markt durchschlagen.)

Die chinesische Zentralbank, (die People’s Bank of China (PBoC)) hat deshalb angekündigt, den Mindestreservesatz für Geschäftsbanken zum vierten Mal in diesem Jahr zu erhöhen, um das dynamische Kreditwachstum und die Liquidität einzudämmen. Der Satz steigt um 50 basispunkte auf 16,5 Prozent.

( Angesichts der hohen Inflation hatte China schon Anfang des Jahres einen Paradigmenwechsel angekündigt – von einer “umsichtigen” zu einer “straffen” Geldpolitik.)