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Nach Parlamentswahl in Serbien alles möglich

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Nach Parlamentswahl in Serbien alles möglich

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Die Jubelfeiern sind vorbei am Tag eins nach der Parlamentswahl in Serbien. Nach dem zunächst als Triumph bezeichneten Wahlgewinn des Pro-Europa-Lagers folgt nun das Erwachen. Der Sieg fiel nicht hoch genug aus, um eine Mehrheit zu bilden. So bleibt völlig offen wer die neue Regierung stellen wird und auf allen Seiten beginnt die Suche nach Koalitionspartnern.

Sonntagnacht wurde noch mit einem Feuerwerk euphorisch der Sieg der Parteien des vom Staatspräsidenten Boris Tadic geführten Europa-Blocks gefeiert und damit auch der Wille für einen EU-Beitritt. Tadic dankte seinen Wählern. Aber dies sei noch nicht das Ende. Es müsse auf der Stelle eine Regierung gebildet werden. Die ultrarechte Radikale Partei unter Tomislav Nikolic musste unerwartete Stimmenverluste hinnehmen. Doch Nikolic warnte Wahlsieger Tadic vor voreiliger Freude.

Der Europa-Block unter Tadic kommt nur auf insgesamt 123 von 250 Sitzen im neuen Parlament.
Rein rechnerisch wären die Sozialisten die nächstliegenden Bündnisgenossen, mit denen eine Mehrheit sicher gestellt werden könnte, doch eine Koalition ist unwahrscheinlich. Dagegen verfügt ein mögliches Bündnis der Anti-Europäer über wenigstens 127 Unterstützer im Parlament. Analysten zufolge sind neue Wahlen im September nicht ausgeschlossen.