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Erdbeben in Sichuan fordert Zehntausende Todesopfer

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Erdbeben in Sichuan fordert Zehntausende Todesopfer

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Wenige Stunden nach dem schweren Erdbeben in China ist Ministerpräsident Wen Jiabao ins Katastrophengebiet gereist. Noch auf dem Flug erklärte er, die Regierung werde alles tun, um dem Volk zu dienen, und appellierte an die Funktionäre, den Opfern zu helfen. Die Zahl der Toten wird auf mehr als 15.000 geschätzt. 10.000 Menschen werden allein in einem einzigen Landkreis unter den Trümmern eingestürzter Gebäude vermutet. Viele betroffene Gebiete waren auch noch Stunden später von der Außenwelt abgeschnitten. Das Schicksal der dort lebenden Menschen ist ungeklärt. Zudem werden auch mehrere britische Touristen vermisst, die sich in der Region aufgehalten hatten.

Das Beben erreichte eine Stärke von 7,8. Sein Epizentrum lag in der Provinz Sichuan, aber die Erdstöße waren auch in Peking und Teilen Thailands zu spüren. In manchen Landkreisen wurden bis zu 80 Prozent der Häuser zerstört, Zehntausende Menschen sind obdachlos. In der Provinzhauptstadt Chengdu versammelten sich Tausende verängstigte Menschen, die nicht in ihre Wohnungen zurückkehren wollten. “Wir müssen hier bleiben”, erklärt ein alter Mann, “wir können nicht heim, bevor wir nicht im Radio hören, dass alles in Ordnung ist.” Viele fürchten sich auch vor weiteren Erdstößen und neuen Zerstörungen. “Wir sind hierhergekommen, weil es Nachbeben geben könnte”, sagt eine junge Frau. “Es ist sicherer, draußen zu bleiben.”

Für die chinesische Regierung ist das Beben so kurz vor den Olympischen Spielen in Peking in mehrfacher Hinsicht ein Problem: Schwere Naturkatastrophen werden in China oft als Zeichen gesehen, dass der Himmel den Herrschenden zürnt und ihnen die Macht entziehen will.