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Berlusconi kann als Zeuge vorgeladen werden

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Berlusconi kann als Zeuge vorgeladen werden

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Ein Mailänder Gericht hat entschieden, dass Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi als Zeuge vor Gericht vorgeladen werden kann. Es geht um den Prozess gegen 26 amerikanische CIA-Agenten, die im Jahr 2003 den ägyptisch-stämmigen Hassan Mustafa Osama Nasr unter Terrorismusverdacht entführt haben sollen. Gegen Berlusconi liegt nichts vor. Er wäre der erste Regierungschef der Welt, der vor einem Gericht aussagen muss. Berlusconi war zum Zeitpunkt der Entführung Ministerpräsident. Das Gericht entschied außerdem, dass Berlusconis Vorgänger, Romano Prodi, ebenfalls vernommen werden kann. Hassan Mustafa Osama Nasr war 2003 auf offener Straße verschleppt und nach Ägypten ausgeflogen worden. Er sagt heute, Berlusconi habe zweifellos von dem Vorfall gewusst. Es sei um die Souveränität Italiens gegangen. Der Hierarchie entsprechend sei Berlusconi verantwortlich gewesen, der Geheimdienstchef sei ihm direkt unterstellt. Osama Nasr kam erst 2007 wieder frei. Er sagt, er sei in der Haft gefoltert worden und leide noch immer unter den körperlichen und psychischen Folgen.