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Lehrerstreik in Frankreich

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Lehrerstreik in Frankreich

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Der meiste Protest richtet sich gegen die Einsparungen im Bildungsbereich, konkret:
gegen die Streichung von Lehrerstellen. Dabei hatte der Präsident doch gerade erst zu Beginn seiner Amtszeit auf besseren Unterricht gedrängt, vor allem in den ersten Schuljahren, wenn Grundlagen gelegt werden.

Insgesamt sollen im öffentlichen Dienst in diesem Jahr 22.900 Stellen wegfallen – mehr als elftausend im Bildungsbereich. 2009 sollen dann durch Streichung weiterer 35.000 Beamtenstellen 500 Millionen euro eingespart werden.

In Frankreich sind 22 Prozent der Beschäftigten -in absoluten Zahlen fünf Millionen – Beamte – das ist europäische Spitze. In seinen Reformplänen hatte Präsident Nicolas Sarkozy schon vor Monaten angekündigt, das jeder zweite Platz eines pensionierten Beamten nicht wieder besetzt werde. Sarkozy wörtlich: “Frankreich lebt über seine Verhältnisse. Wir haben Schulden in Höhe von 1200 Milliarden euro. Gehälter und Pensionen der Beamten machen 45 Prozent des Budgets aus. Wenn jeder in Persion gehende Beamte ersetzt wird, kann man das Defizit nicht abbauen.”

Für den Schulbereich wird die Streichung von Lehrerstellen mit dem Rückgang der Schülerzahlen begründet. Laut Rechnungshof ergibt die Addition aller Ausgleichsstunden, die Lehrer z.B. für Laborpflege oder Sonderbelastungen bei der Abiturvorbereitung angerechnet bekommen soviel wie 11.800 volle Lehrerstellen.

Der Lehrer für Wirtschaftskunde Xavier Pallard sieht einfach nur die Qualität schwinden, wenn seinen Klassen noch größer werden.

Eingespart werden soll bei dieser Reform von Post bis Zoll durch “Mobilität” – sprich : Beamte sollen je nach Bedarf andere Arbeiten machen. Sie sollen auch mit Prämien ermuntert werden, den öffentlichen Dienst zu verlassen. Noch einmal zurück zur Bildung: Da argumentiert der Fachminister mit einer Studie, wonach ein französischer Oberschüler 20 Prozent mehr koste als im OECD-Durchschnitt, ohne mehr Leistung zu bringen.