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Razzien gegen illegale Einwanderung in Italien

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Razzien gegen illegale Einwanderung in Italien

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In landesweiten Razzien gegen illegale Einwanderung sind in Italien fast vierhundert Menschen festgenommen worden. Diese Razzien erstreckten sich über gut eine Woche; am Vormittag war erneut eine Siedlung von Roma in der Hauptstadt Rom das Ziel.

Zwei Drittel der insgesamt Festgenommenen waren Ausländer; ihnen werden unter anderem illegale Einreise, Schleusertum und Drogenhandel vorgeworfen. Fünfzig von ihnen wurden nach Angaben des Innenministeriums ausgewiesen.

Dieser Schritt kommt kurz nach der Amtsübernahme der neuen Mitte-Rechts-Regierung, zu der auch die fremdenfeindliche Lega Nord gehört. Nächste Woche will die Regierung unter Silvio Berlusconi erste Maßnahmen gegen illegale Einwanderer beschließen, die sie für viele Straftaten verantwortlich macht – darunter einige aufsehenerregende Gewaltverbrechen in letzter Zeit.

Der Zorn richtet sich vor allem gegen Roma aus Rumänien, die größte Einwanderergruppe in Italien. Eine Frau in einem Romalager sagt: “Das ist nicht gerecht, dass wir alle für einen Einzigen büßen müssen, der Drogen verkauft hat. Wir sind seit dreißig Jahren hier.”

Manchen ist das egal – zu sehr angeheizt ist inzwischen die Stimmung im Land. In Neapel zünden Anwohner seit Dienstag immer wieder die Unterkünfte der Roma am Stadtrand an. Nach ihren Angaben hatte ein Roma-Mädchen am Wochenende versucht, ein Baby zu entführen.