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Spanien kritisiert Italiens Ausländerpolitik

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Spanien kritisiert Italiens Ausländerpolitik

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In ungewöhnlich scharfer Form hat Spanien das Vorgehen Italiens gegen illegale Einwanderer kritisiert. Die Rechte der Immigranten würde missachtet, sagte Spaniens Vize-Ministerpräsidentin Maria Teresa Fernandez de la Vega. Die spanische Regierung sei gegen Gewalt, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Sie könne nicht billigen, was in Italien geschehe.

In landesweiten Razzien gegen Roma-Siedlungen hatte die Polizei hunderte Ausländer festgenommen. Mehr als 50 von ihnen wurden sofort ausgewiesen. Künftig will die Mitte-Rechts-Koalition von Silvio Berlusconi illegale Einwanderung unter Strafe stellen. Und erwägt, die abgeschafften Grenzkontrollen innerhalb der EU wieder einzuführen.

Am jährlichen Grundungsfesttag der Polizei auf dem Piazza del Popolo in Rom versuchte Innenminister Roberto Maroni von der fremdenfeindlichen Lega Nord zu beschwichtigen: Der Ärger dürfe nicht seinen Weg in die Gesellschaft finden, so Maroni. Ungerechtfertigte Gewalt, wie etwa vor wenigen Tagen in Neapel, dürfe sich nicht wiederholen.

“Wir haben keine Angst”, riefen mehrere Napolitaner gestern den Roma zu, deren Hütten sie zuvor angezündet hatten, nachdem ein Roma-Mädchen versucht haben soll, ein Baby zu entführen. Unter dem Schutz der Polizei verließen die Bewohner ihr Lager. Die UNO sprach von “Balkan-Verhältnissen”.

Mehr als ein Drittel der rund 160.000 Sinti und Roma in Italien stammen aus Rumänien, ihre Zahl stieg seit dem rumänischen EU-Beitritt stetig. Beide Länder vereinbarten gestern, eine gemeinsame Expertengruppe einzusetzen.