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Die Fahnen wehen auf halbmast: China trauert um die Opfer des Erdbebens

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Die Fahnen wehen auf halbmast: China trauert um die Opfer des Erdbebens

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Eine Woche nach dem schweren Erdbeben in de chinesischen Provinz Sichuan hat eine dreitägige Staatstrauer begonnen, mit einer Flaggenzeremonie auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking und drei Schweigeminuten. Es ist das erste Mal in der Geschichte der Volksrepublik, dass auf diese Weise um die Opfer einer Katastrophe getrauert wird. Bislang wurde nur nach dem Tod von politischen Führern eine Staatstrauer angeordnet.

Vor einer Schule in Peking versammelten sich zahlreiche Schüler, deren Familien aus den betroffenen Regionen stammen. Eine Mutter ist erleichtert, dass ihre Familie in Sicherheit ist – aber helfen will sie trotzdem. “Wir können wenig tun”, bedauert sie, “ich kann keine Waisen adoptieren, weil ich selbst zwei Kinder habe. Daher haben wir Geld gespendet, um die Betroffenen zu unterstützen.”

Nach heftigen Regenfällen und einem Nachbeben musste die Stadt Beichuan wegen der Gefahr einer Flutwelle evakuiert werden. Das neuerliche Beben brachte Häuser und Brücken zum Einsturz, zahlreiche Dämme drohen zu brechen. Bei einer Schule in Beichuan versammelten sich trauernde Eltern und Lehrer, um der toten Schüler zu gedenken. Peking kündigte an, dass Angehörige von Erdbebenopfern einmalig 460 Euro erhalten sollen. Auch die rund fünf Millionen Obdachlosen bekommen drei Monate lang finanzielle Unterstützung.

Die Regierung spricht inzwischen von 71.000 Todesopfern. Um dem Ausbruch von Seuchen vorzubeugen, versuchen die Helfer, so viele Leichen wie möglich zu bergen und die Umgebung zu desinfizieren. Aus der Weltgesundheitsorganisation hieß es, besonders wichtig seien nun sanitäre Anlagen und sauberes Wasser.