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ETA-Anschlag kurz vor Gesprächen zur Zukunft des Baskenlandes

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ETA-Anschlag kurz vor Gesprächen zur Zukunft des Baskenlandes

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Bei einem neuen Anschlag der baskischen Separatistenorganisation ETA in Nordspanien ist am Montag erheblicher Sachschaden entstanden. Kurz nach Mitternacht detonierte ein in einem Lieferwagen versteckter Sprengsatz vor einem Bootsclub. Eine Stunde zuvor war bei der Polizei ein telefonischer Hinweis der ETA eingegangen. Die Sicherheitsbeamten evakuierten die Gefahrenzone, sodass niemand verletzt wurde. Allerdings wurden umliegende Gebäude bei der Explosion erheblich beschädigt.

Seit fast 40 Jahren kämpft die ETA gewaltsam für die Unabhängigkeit des Baskenlandes. Bislang wurden dabei mehr als 800 Menschen getötet. Erst in der Vorwoche starb ein Polizeibeamter bei einem Bombenanschlag, der ebenfalls der ETA zugeschrieben wird, auch wenn es ausnahmsweise keine telefonische Vorwarnung gab. Am Sonntag fand im nordspanischen San Sebastian eine Gedenkfeier für die Opfer der ETA statt. Zahlreiche Angehörige der Getöteten nahmen an dem Festakt der baskischen Regionalregierung teil. Der baskische Regierungschef Juan José Ibarretxe tritt ebenfalls für ein unabhängiges Baskenland ein, allerdings mit demokratischen Mitteln. Am Dienstag trifft Spaniens Ministerpräsident José Luis Rodriguez Zapatero mit Ibarretxe zusammen. Ibarretxe plant im Oktober ein Referendum über das Selbstbestimmungsrecht des Baskenlandes – Zapatero lehnt dies ab, da laut Verfassung nur die Zentralregierung Volksabstimmungen abhalten darf.