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Konferenz zur Ächtung der Streubomben

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Konferenz zur Ächtung der Streubomben

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In der irischen Hauptstadt Dublin hat die dritte Konferenz zu Ächtung von Streubomben begonnen.

Die Initiative dazu ging von der norwegischen Regierung aus, weshalb auch von einem “Oslo-Prozess” die Rede ist.

In Dublin beraten bis zum 30. Mai Vertreter aus 128 Ländern, wie diese besonders für Zivilisten gefährliche Waffe abgeschafft werden kann.

Dem irischen Außenminister Michael Martin wurde eine entsprechende Petition mit 700.000 Unterschriften überreicht.

Diese Kampagne hat sich die erfolgreichen Aktionen gegen Anti-Personen-Minen zum Vorbild genommen. Solche Landminen wurden im Vertrag von Ottawa 1999 verboten.

Bei den Streu – oder auch Cluster-Bomben sieht es politisch komplizierter aus. Die USA, Russland, China wollen gar nicht verbieten – andere Staaten – darunter auch Deutschland und Frankreich – wünschen Ausnahmeregelungen.

Eine Streu- oder Clusterbombe besteht aus einem Behälter, der bis zu 2.000 Teile an kleiner Munition enthält.

Nach dem Abwurf werden diese in zumeist geringer Höhe freigesetzt. Sie explodieren – je nach Zünderart – beim Aufschlag, nach einer gewissen Zeit oder bei späterer Berührung
Da es bei dieser Waffenart besonders viele Blindgänger gibt, entstehen Minenfelder, in denen noch nach vielen Jahren der Tod lauert.

Nach dem Libanonkrieg von 2006 , so schätzen Fachleute, sind auf einer Fläche von 37 Quadrat-Kilometern eine Million nicht explodierte Streubomben zurückgeblieben.

Die haben bisher schon etwa 250 Zivilisten und Minenräumer getötet oder verletzt .
Sie verhindern auch weiterhin, dass die Einwohner ihre Felder und Wege nutzen können.

Was geschieht, wenn am Wegesrand immer noch Gefahren lauern, führt hier die Bäuerin Naema Ghazi aus Bleeda im Süd-Libanon vor.

Es geschah auf dem Heimweg vom Feld, erzählt sie.
Sie war da auf etwas getreten…. und fühlte sogleich, das sie ihr Bein verloren hatte.

Kann es ein schlimmeres Schicksal geben?
Doch – es kann.
Der elfjährigen Zahra Husein hat so ein Erbe des Krieges die Finger der rechten Hand weggerissen.

Jetzt gehört sie nicht mehr dazu, wenn die anderen Kinder spielen oder malen….
Sie hat nur einen Wunsch: Die Finger mögen wieder wachsen…